GEE 75 fertig und vorbestellbar
- Jörg Luibl
- vor 5 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Jetzt finde ich endlich mal etwas Zeit, um einen Einblick in die kommende GEE zu geben, die ich zum sechsten Mal als Chefredakteur begleiten durfte und die am 26. Februar 2026 am Kiosk erscheint. Mit dieser 75. Ausgabe sowie der Titelstory zu Resident Evil Requiem feiern wir ja so etwas wie ein "diamantenes Jubiläum" mit einem veredelten Umschlag. Allerdings klingt das für ein gedrucktes Magazin ohne feste Veröffentlichungen sowie Redaktion natürlich stabiler als es ist.
Oder anders: Für jede neue GEE besteht immer nur eine gewisse Möglichkeit. Da es sich in erster Linie um ein über Anzeigen finanziertes Magazin handelt, wird es frühestens konkret, wenn Publisher und Partner des Verlags genug Interesse bekunden. Selbst dann fehlt noch etwas Entscheidendes: Und zwar diese wunderbare Mischung aus Leuten mit ihrer Lust am Spiel, die immer wieder aufs Neue die Vielfalt des Hobbys und seiner Perspektiven von der Vorschau bis zum Essay oder Interview aufzeigen.
Mit Resident Evil Requiem als Titelstory und einem Ausblick auf den kosmischen Schrecken von Saros geht es in dieser 75. GEE vor allem um Horror. Natürlich kommen auch andere Spiele vor, darunter 007 First Light, ChomaGun 2: Dye Hard, Mario Tennis Fever, Yakuza Kiwami 3, Tides of Tomorrow, Star Trek Voyager; Kaizen - A Factory Story oder 100xResist von Benjamin Schmädig. Im Bereich Neues gibt es bunte Anregungen aus der Welt der Spiele samt Nerdkram vom Comic über das Brettspiel bis zur Vinylsammlung.
Hinzu kommen Storys über die späte Nützlichkeit von PlayStation Portal, den Amiga 500 als Wunder-Computer, Retrospaß mit Evercade sowie die schlauen Lego-Steine von Paul Kautz. Apropos: Ist Hideo Kojima ein Genie? Dem Mythos und Begriff spürt der Narratologe Phillip Brandes nach. Außerdem gibt es zwei Foto-Reportagen: Jan Boiaryn war Zuhause bei den Machern des Independent-Hits Dome Keeper. Und Alex Scholz interviewte das Berliner Kreativlabor Sybil, in dem Spieldesign frei von Konvention konzipiert wird.
Aber das Leitmotiv dieser 75. Ausgabe ist der Horror, eingeleitet von einer Story über den amerikanischen Alptraum vom Anglisten Christian Wilken, der die kulturhistorischen Wurzeln des Schreckens vom alten Europa bis in die neue Welt begleitet, wo er von Silent Hill und Resident Evil über Control bis Red Dead Redemption 2 auftaucht. Selbst Mütter begegnen in Videospielen als monströses Zerrbild, wie die Journalistin Nora Beyer aufzeigt.
Warum der digitale Nervenkitzel schon lange vor dem heutigen Fotorealismus eine ganze Generation an Spielern faszinierte, erzählt GEE-Urgestein Oliver Uschmann in seiner stimmungsvollen Zeitreise in die 90er. Passend dazu erfährt man von meinem ehemaligen Kollegen und jetzigen Game Scout Michael Krosta, warum gerade der Sound als böses Flüstern so wichtig für markanten Survival-Horror ist. Und was wäre er ohne coole Pixel-Zombies? Moses Grohé hat sie schrecklich schön in einer Galerie versammelt.
Außerdem beamt euch der Philosoph Daniel Martin Feige in die Gegenwart, denn er erläutert die Aktualität und Relevanz des Horrors als Gattung. Was zeichnet ihn aus und warum ist er wichtig? Warum wir uns als Spieler oft dagegen sträuben selber böse zu sein, aber auch darin eine Erkenntnis stecken kann, berichtet Hannah Puchelt nach ihrem Evil Playthrough. Schließlich geht es bei Martin F. Seng um die Wirkung von Megastrukturen und Christina Kutscher spürt der Einsamkeit in Videospielen nach.
Vielleicht ist ja für euch ein interessantes Thema dabei? Der Weg zu diesen hundert Seiten war mitunter etwas chaotisch, vor allem in der Zeit rund um den Redaktionsschluss, mit verflixten Fehlern hier und fehlenden Themen da. Umso größer war die Freude, als das Papier endlich in den Druck ging. Ich habe mir mit Art-Director-Duo Brian Crome und Alex Scholz jedenfalls Mühe gegeben, einen gewissen roten Faden durch die Geschichten und Illustrationen auszulegen.
Ich wünsche euch am 26. Februar viel Spaß beim Schmökern!
Jörg
Ach so, hier der komplette Inhalt:

Ich heiße Jörg Luibl, bin freier Journalist und biete mit Spielvertiefung seit November 2021 ein unabhängiges Magazin an, in dem die Kultur und nicht der Klick relevant ist. Ich arbeite alleine und verzichte komplett auf Werbung, Kooperationen sowie über KI erstellte Inhalte. Diese Alternative zum Reichweiten-Journalismus ist nur dank der Unterstützer über Steady möglich.







