Eine Kiste, ein Meister aus Japan und eine Rezension: Bonfire Peaks

Heute Abend begrüße ich Ben im Podcast "Auf einen Whisky" - einige kennen ihn sicher noch, er hat über 15 Jahre ganz tolle Tests geschrieben, u.a. zu BioShock: Infinte, DeusEx, Rainbow Six: Siege oder WipEout. Aber auch über die ganz besonderen Knobelspiele von Zachtronics, darunter SpaceChem, Shenzen I/O oder Opus Magnum. Ja, die sind teilweise recht abstrakt, aber ich kann sie jedem empfehlen, der gerne kombiniert.


Jedenfalls teilen Ben und ich dieses Faible für das Um-die-Ecke-Denken, das von Portal bis hin zu The Witness in vielen Facetten bis hin zum großen Abenteuer erscheint. Daher dachte ich mir, dass heute eine Rezension von Bonfire Peaks ganz gut passen würde. Das stammt von Corey Martin und der Puzzle-Schmiede Draknek: Es geht lediglich darum, eine Kiste mit Habseligkeiten zu verbrennen. All das in sehr kleinen Arealen, inszeniert in einer einfachen Kulisse, für die man sicher keine PlayStation 5 oder Highend-Grafikkarte benötigt. Warum macht mir dieses reduzierte Knobeln trotzdem Spaß?


Das erfahrt ihr in der Rezension, die es hier unter Berichte für Unterstützer und auch als Podast auf Steady gibt. Aber weil ich auf Spielvertiefung immer versuche, auch Verbindungen in die analoge Welt herzustellen, möchte ich diese Erkundung mit Rätselspiel-Tipps zum Anfassen und einer kleinen Japanreise abschließen. Denn da gibt es nicht nur Meister des digitalen Spieldesigns...

Kenn ihr vielleicht ThinkFun, die früher auch als Binary Arts bekannt waren? Ja, die Spiele sehen auf den ersten Blick aus wie - na ja - Kinderspiele. Aber erstens haben einige von euch vielleicht Nachwuchs und zweitens hab ich die Dinger sehr gerne gezockt. In Rush Hour - dem vielleicht bekanntesten - geht es darum, ein rotes Auto durch den Verkehr zum Ausgang zu schieben. In Lunar Lockout bzw. Lunar Landing, meinem Favoriten, muss man mit einer Raumkapsel den Eingang eines Raumschiffs erreichen. In all diesen Spielen steigt der Schwierigkeitsgrad je nach ausgewählter Karte in mehreren Stufen. Wenn mir mal langweilig ist, krame ich die immer wieder gerne aus dem Schrank.


Selbst die ersten Onimusha-Abenteuer hatten übrigens diese Art der Schiebe-Aufgabenl! Apropos: Hinter all diesen Spielen steckt ein Mastermind aus Japan - nämlich Nobuyuki Yoshigahara, der leider 2004 verstarb. Der studierte Chemiker war in seiner Heimat berühmt als Sammler und Erfinder von Rätselspielen aller Art - er hat sie auch in Zeitschriften veröffentlicht, als Kolumnist thematisiert und wurde 2003 mit dem Sam Loyd Award ausgezeichnet.


Mittlerweile ist auch ein internationaler Wettbewerb, die Nob Yoshigahara Puzzle Design Competition, nach dem Erfinder aus Tokyo benannt.


Vielleicht hätte er auch an Bonfire Peaks seine Freude gehabt.



(Bild oben: Cover Bonfire Peaks, offizielle Webseite; Bild mitte: Rush Hour, offizielle Webseite; Bild unten: Nobuyuki Yoshigahara, Puzzle Museum )