Printmagazin in Sicht: GEE ab 3. März am Kiosk

Das war eine lange Reise: Seit dem ersten Treffen in Hamburg und der letzten Korrektur sind einige Monate vergangen. Immer wieder stand das Projekt auf der Kippe - das waren wilde Januar- und Februarwochen, aber am 3. März erscheint eine Sonderausgabe der GEE am Kiosk.


Gestern habe ich zusammen mit Artdirector Brian Crome (fast) alle 116 Seiten finalisiert - jede lag ausgedruckt auf dem Boden. Dass da ein filetiertes Printmagazin der neue Teppich ist, war auch für Okami bizarr. Aber sie hat sich alles genau angeschaut. Ihr Favorit: Die Story "Fuck the System" von Arno Görgen: Darin geht es darum, dass Spieler nicht mehr gegen einen Bösewicht, sondern meist gegen eine Bösewelt kämpfen. Also so in etwa...


Wir haben Layout und Reihenfolge besprochen, Trenner rausgeworfen, Inhaltsverzeichnis angepasst, Seiten sortiert - und alle Texte nochmal editiert. Dabei habe ich (hoffentlich) all die verflixten Inkonsequenzen und Fehlerchen gefunden, die erst der Blick auf das große Ganze offenbart. Ich dachte nach ein paar Stunden: das schaffen wir nicht mehr! Aber als es dunkel war, lag die letzte Seite tatsächlich fertig auf dem Server.


Es freut mich jedenfalls, dass ich mithelfen konnte, ein Magazin wie die GEE (zumindest für eine Ausgabe) wiederzubeleben. Sie wird jetzt achtzehn Jahre alt und konnte die deutsche Spielepresse über viele Jahre prägen, weil sie ein stilistischer Kontrapunkt war. Ich hab sie sehr gerne gelesen, weil sie cool aussah und den Schwerpunkt auf gute Geschichten gelegt hat. Diese Tradition wollten wir natürlich fortführen.



Es gibt also keine Tests mit Wertungen, sondern einige Spielvorstellungen wie etwa zu Horizon Forbidden West, Elden Ring, Rainbow Six Extraction, Assetto Corsa Competizione, Marvel's Midnight Suns, God of War oder Pokémon-Legenden: Arceus. Und vor allem gibt es Storys zu spielkulturellen Themen: Eine Kunsthistorikern äußert sich zu den Gemälden in Resident Evil Village, wir schauen auf Sexarbeit in Spielen, besuchen einen Extremsammler in seinen heiligen Hallen, fragen nach, wie man orchestrale Spielemusik produziert, versuchen das Phänomen des Alltags in Spielen zu greifen und zocken wie anno dazumal an Automaten in einer Spielhalle der Neuzeit. Das war nur ein Auszug, da stecken viel mehr Spiele und Themen drin! Es tat jedenfalls gut, mal wieder als Chefredakteur mit einem Team zu arbeiten, teilweise sogar mit der alten Crew. Ich habe viele tolle Menschen und ihre Perspektiven auf dieses Hobby kennen gelernt. Und es würde mich natürlich freuen, wenn ihr am 3. März mal in diese GEE reinschnuppert. Falls ihr sie vorbestellen möchtet: das geht hier.